Begegnung des Bauchtanzes mit anderen Welten… Entdecken Sie den "Orienton" und den "Modern’Jazz oriental"
Danke an Alicia TISSENDIER, Tänzerin und Lehrerin für Reggaeton, aber auch an Chloé SCHWARTZ, Tänzerin und Lehrerin für Bauchtanz sowie Modern'Jazz Dance, für die Aufklärung über den "Orienton" und den "orientalischen Modern'Jazz", zwei außergewöhnliche Fusionen mit dem orientalischen Tanz.
Was ist der "Orienton"?

Der Orienton ist die Fusion aus Bauchtanz und Reggaeton. Diese moderne Fusion behält die Beckenbewegungen bei, welche bereits beiden ursprünglichen Tänzen gemein ist, sowie den Stellenwert des Rhythmus und den Bezug zur Musikalität; die 2 komplementären karibischen und orientalischen Energien mischend. In dieser Fusion werden Reggaeton Titel mit orientalischen Einflüssen oder moderne orientalisch-maghrebinische Stücke verwendet, welche die Rhythmen des Reggaeton aufgreifen. In Bezug auf das Bauchtanz-Kostüm wird der Kreativität freier Lauf gelassen! Man benötigt ein Outfit, welches an den urbanen Stil des Reggaetons und an den femininen sowie fantasievollen Stil des Bauchtanzes angepasst ist. Nichtsdestotrotz sind Turnschuhe ratsam!
Der generelle Gedanke ist nicht, einen neuen Tanz zu kreieren, sondern – ganz im Gegenteil – diese beiden Tanzrichtungen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, geleitet von der Vermischung und der Öffnung des Geistes.
Inwiefern ist der Mix aus Bauchtanz und Reggaeton aus choereografischer Perspektive und aus Sicht der teilnehmenden Schülerinnen am Workshop interessant?

Die entstandene Mischung ist eine Neuheit. Sie wirft alte Gewohnheiten über Bord; mischt Gepflogenheiten auf und liefert kreative Impulse. Es ist ein sehr dynamischer, festlicher Stil, der Freude am Tanzen macht.
Ich liebe die Anmut, die Eleganz und Macht des orientalischen Tanzes. Indem es gelingt, diese mit der Kraft, der Weiblichkeit und dem Rollenspiel des Raggaeton zu kombinieren, ist es möglich, beiden Disziplinen Subtilität zu verleihen, ungekannte Kombinationen zu kreieren, Rhythmen und Emotionen anders zu empfinden und aus seiner Komfortzone auszubrechen.
Schülerinnen können so neue Empfindungen entdecken, aber auch ihr musikalisches Gehör schulen, da es erforderlich ist, beide Welten zugleich zu hören und zu begreifen. Es ist eine sehr bereichernde Übung, von einer Energie zur anderen zu switchen, von einer Art Unterstützung zur anderen, von einem Rhythmus zum anderen. Durch die Vereinigung der 2 Tänze, findet man zugleich Sinnlichkeit und die Isolation des Bauchtanzes sowie die starke, bodenständige Seite des Raggaetons.
Die Schülerinnen lieben diese Fusion aus mehreren Gründen. Zunächst, weil man auf aktuelle Musik tanzt, welche ebenso ein breites Publikum anspricht, wie die Schülerinnen, welche jeden der 2 Tänze schätzen. Das schafft eine explosive Atmosphäre! Zudem verausgaben sich die Schülerinnen und powern sich beim Workshop extrem aus.
Bei ersten Mal, als diese Fusion angeboten wurde, resultierte dies aus der spontanen Initiative von Schülerinnen des Raggaetons und orientalischen Tanzes, welche sich mit dem jeweils anderen Stil nicht auskannten und sich daher zusammentaten. Sie waren ausnahmslos bezaubert, haben sich überschlagen und haben zum Schluss des Workshops um eine Zugabe gebeten. In diesem Lernprozess befinden sich alle auf unbekanntem Gebiet und sitzen so – unabhängig von der Tanzart, welche sie eigentlich praktizieren – im gleichen Boot. Schlussendlich wächst jede Schülerin daran.
Alicia, wie ist Ihr Werdegang als Tänzerin? Wie entstand Ihre Leidenschaft für Raggaeton und das Bedürfnis, ihn zu unterrichten?

Ich habe im Alter von 14 Jahren mit dem Tanzen begonnen; zunächst durch Hiphop-Kurse, einige Jahre später mit Dancehall. Ich habe auch Salsa trainiert.
Danach erhielt ich die Gelegenheit, Mitglied in zwei Toulouser Crews zu werden, was sehr prägend für mich war.
Dem Reggaeton begegnete ich am Gymnasium. Eine denkwürdige Ära... zu der man Kassetten und CDs tauschte, um neue Sounds kennenzulernen. Ich kannte mich besonders gut mit Ecuador aus und kannte die neuesten Hits von dort. Die Parallele zum Dancehall, das ich hörte und auf die ich im Training tanzte, war eine Offenbarung.
Als ich vor 15 Jahren begonnen habe, Raggaeton zu unterrichten, war das Mode-Phänomen noch nicht in Frankreich angekommen. Die Leute kannten bestenfalls wage den Titel «Gasolina» von Daddy Yankee. So brauchte ich viele Jahre, um meine Raggaeton-Kurse in Toulouse zu etablieren und Schülerinnen auszubilden, welche danach Tänzerinnen meiner eigenen Tanz-Crew «Buena Vibra» wurden.
Und heute bin ich glücklich, die Begeisterung rund um diese musikalische Richtung zu sehen.
Entdecken Sie Alicia TISSENDIER in diesem Video:
Was ist die Fusion "orientalischer Modern’Jazz"?

Es handelt sich um einen Mix von Techniken, Stilistiken und Universen: Die Begegnung zweier Tänze, welche sich gegenseitig durch den Austausch charakteristischer Techniken, aber auch durch ästhetische und symbolische Prinzipien nähren!
Verabschieden wir uns von dem vorherrschenden Gedanken, eine Bewegung würde einem bestimmten Tanz gehören, gefolgt von einer Bewegung, welche zu einem anderen gehört. Konzentrieren wir uns viel mehr auf die Fusion, gefolgt vom Gefühl, einer Bewegung zu begegnen, welche dem Jazz-Repertoire entstammt, die wir mit einer orientalischen Note einfärben; kombiniert mit einer orientalischen Bewegung, angelehnt an eine Jazz-Essenz.
Die orientalische Modern’jazz Fusion, welche ich aufführe und deren Erkundung ich in einem Workshop anbiete, ist die Geschichte einer gegenseitigen Bereicherung im Dienste der Expressivität.
Diese Verbindung verstärkt sich, inspiriert sich und blüht auf durch die Beachtung von Künstlern, Musikern sowie Sängern auf der Grenze zwischen Orient und Okzident (wie Natacha Atlas, Fairuz oder auch der Trompeter Ibrahim Maalouf), aber auch derer, welche verschiedene Einflüsse ihre Musik prägen lassen.
Um diese Fusion auf der Bühne umzusetzen, ist ein Tanzkostüm zu bevorzugen, welches Bewegungen ohne Hemmungen gestattet, den Übergang auf den Boden sowie Fortbewegung und große Spannweiten gestattet, um zu fühlen, sich zu entwickeln und Gesten möglichst gut sichtbar ausführen zu können: ein Tanzoutfit, in dem man sich gut und frei fühlt.
Warum ist dieser Mix aus Bauchtanz und Modern’Jazz interessant und originell; sowohl für die Schülerinnen, als auch für die Tanz-Lehrerin?

In Anbetracht meines multidisziplinären Werdegangs und meiner Persönlichkeit gestattet mir die Fusion "Jazz’orientale", der Kreation von Choreografien meine künstlerische Erfahrung als Signatur zu verleihen.
Sie bietet mir eine Palette an Möglichkeiten der unbegrenzten Kreativität, sich von der Erwartung eines einzigen Universums und der Technik, Stilistik sowie dem Vokabular loslösend, welches naturgemäß mit ihr verbunden ist.
Stark durch seinen Synkretismus, gewährt mir dieses zusätzliche Rüstzeug eine privilegierte körperliche Ausdrucksform. Sie kommt dem am nächsten, was ich evozieren und vermitteln möchte; dem, was mich geprägt hat und was ich bin.
Die Tanz-Schülerinnen bei den Workshops zu empfangen, ist dank der Beweise ihrer Motivation und ihrer Öffnung gegenüber der Entdeckung ein sich ständig fortsetzendes Vergnügen. Diese Workshops gestatten es ihnen, aus ihrer Komfortzone und ihren tänzerischen Gewohnheiten auszubrechen. Sie bringen sie zu einem globaleren Verständnis getanzter Bewegung, ohne Grenzen und mit Authentizität.
Chloé, wie ist Ihr Werdegang als Tänzerin? Wie entstand Ihre Leidenschaft für den orientalischen Tanz, wie für den Modern’Jazz und die Lust, diese beiden Tänze zu unterrichten?

Tanzen trat auf spielerische Art und laienhaft, ohne konkrete Vorstellung im Alter von 5 Jahren in mein Leben. Im Laufe meiner Erfahrungen und bedeutender Begegnungen nahm es progressiv einen wichtigeren Platz in meinem Alltag ein. Der Modern’Jazz Tanz sowie der Bauchtanz waren die 2 Disziplinen, auf die ich mich konzentriert habe, bevor ich mich an einem Konservatorium weiter entwickelte, wo sich meine Praktik auf klassischen und zeitgenössischen Tanz ausweitete.
Einige Jahre nach meiner Annahme durch eine Audition an der internationalen Schule für Jazz in Paris, war mein Tagesablauf aufgeteilt zwischen intensiven und multidisziplinären Trainings am Vormittag (ebenfalls begleitet von der Perfektionierung des Bauchtanzes), nachmittags die Vorbereitung auf das staatliche Diplom als Jazz Dance Lehrerin, welches ich anschließend erhalten habe.
Diese Ausbildungsjahre und Teilnahme an so manchen Tanz-Meisterschaften (1. Preis Fusion "Bellydancer of the world" - 1. Preis französische Bühne und Medaillen-Platzierung im Jazz-Dance bei der internationalen Jazz-Meisterschaft in Aix-en-Provence…) zementierten meine Erfahrung.
Ab da konkretisierte sich meine Lust am Unterrichten und interpretierende Tänzerin auf Bühnen zu sein.
Heute bin ich Modern’Jazz Lehrerin an dem Konservatorium, an dem ich im Wahlfach "Charaktertänze" den Unterricht im Bauchtanz wählte. Ich trete auch bei diversen Tanz-Workshops in Erscheinung, welche zu Festivals oder in gehobenen Einrichtungen stattfinden.
Ich tanze in professionellen Jazz Tanzcrews in Frankreich und im Ausland, sowie als Solistin im orientalischen Tanz und Fusion. Ein faszinierender Beruf!
Entdecken Sie Chloé SCHWARTZ in diesem Video:

























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