Die Bauchtanz Swing Veils, was ist das?

Vielen Dank an Clélia, Bauchtanzlehrerin- und Künstlerin, dass sie uns mehr über die Swing Veils, dem Tanz mit dem Feuer und auch dem Geek Dance erzählt. Das sind so viele spannende Themen, dass wir sie gerne in unserem Blog aufgreifen und näher ausführen möchten, um dadurch einen neuartigen, sensationellen und evolutionären Bauchtanz zu fördern!

Neben den Bauchtanzkursen, die Sie geben, unterrichten Sie auch Swing Veils in Form von Workshops. Können Sie uns mehr über dieses noch recht unbekannte Accessoire erzählen?

swing-veil-02b.jpgIch unterrichte Orientalischen Tanz und Tribal Fusion in regelmäßigen Gruppenkursen. Es kommt vor, dass ich die Swing Veils® während meiner Gruppenkurse unterrichte, aber es stimmt, dass ich von anderen Lehrern eingeladen worden bin, Workshops zu erteilen in ihren Tanzverbänden (bei Sarah Colin, Tanzschule Samsarah in Herblay; bei Assia Guemra, Tanzschule Tellurgie in Prais; und bei weiteren Tänzerinnen und Lehrerinnen doch leider mussten die Termine aufgrund des ersten Lockdowns abgesagt werden). Dieses Accessoire ist so wunderschön, es weckt das Interesse und die Neugier der Tänzerinnen und Tänzer. Aber nicht nur deren, es ist ein Accessoire, welches auch Zirkusartisten, Wanderkünstler, aber auch Turner*innen der rhytmischen Sportgymnastik reizt...
Die Swing Veils® ähneln beschwerten Doppelschleiern, die aus hochwertigen Materialien hergestellt werden. Der verwendete Stoff besteht aus 100% Seide. Das ist es, was ihnen diese unvergleichbare Beweglichkeit verleiht, mit der kein anderes Gewebe mithalten kann.
Ich spreche von Swing Veils® im Plural, denn es handelt sich meistens um ein Paar. Mit zwei Swing Veils® zu arbeiten verleiht der Person, die sie führt eine majestätische Reichweite. Es ist aber absolut möglich, nur mit einem einzigen Swing Veil® zu arbeiten. Im Übrigen fange ich auch nur mit einem beim Lehren in Workshops an. Das ist wie mit dem Schleier; man fängt erst einmal mit einem an, bevor man sich an die Doppelschleier heranwagt.
Dieses Accessoire wurde von meiner Schwester Christelle Sainton erdacht, umgesetzt und formatiert. Begabt mit einem künstlerischen Know-how, sowohl handwerklich (Herstellung von maßgefertigten Accessoires, Kostüme, Kopfbedeckungen, Feueraccessoires, Swing Veils®, aber auch der Veil Poi, Schleier und Doppelschleier aus Seide...), als auch grafisch, hat sie vor kurzem das Krysaliss Atelier gegründet, ein Familienatelier, bei dem ihr Ehemann und unsere Mutter ihr helfen und auch als vollwertige Mitwirkende an den verschiedenen Umsetzungen des Ateliers beteiligt sind. Jeder widmet sich einem eigenen Schwerpunkt. Meine Mutter, Orida Krouni, bildende Künstlerin, beschäftigt sich mehr mit dem Kopfschmuck. Ihr Ehemann Oliver Zimmer, der sich leidenschaftlich für die Feuerkunst interessiert, stellt eher die Feueraccessoires her. Und jeder packt mit an, wie man so schön sagt, um die Aufträge der Swing Veils® zu sichern.
Fürs Protokoll: Meine Schwester Christelle hatte damals für sich und Olivier Zimmer kleine Fähnchen gebastelt, um Jonglieren zu üben, was ich selbst ein paar Mal versucht habe. In den Jahren 2016-2017 musste ich ein neues Solo für die Tanzsaison und die anstehenden Aufführungen präsentieren. Da fiel mir ein, wie mir meine Schwester sagte, dass es doch toll wäre, ein neues Requisit herauszubringen, das sie im Kopf hatte. So wollte ich für meine Choreographie «La mort dans l'âme» dieses Accessoire, über das wir gesprochen hatten, welches aber noch nicht existierte. Ich wollte die kleinen Fähnchen, aber näher an den Maßen der Bauchtanzschleier dran, mit einigen Abänderungen in Bezug auf die Handhabung. Es waren ein paar Tests im Hinblick auf das Gewicht erforderlich. Wir haben auch verschiedene Stoffe ausprobiert. Dafür gingen wir auf den Markt Saint Pierre. Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir beide die Stoffe über unseren Köpfen umherwirbelten, um uns ein genaueres Bild zu machen. So wurde das originale Paar Swing Veils® geboren.
swing-veil-vignette.jpgWährend wir uns Videos ansahen, sind wir auf die amerikanischen «Swing Flags» gestoßen, die dank ihrer biegsamen Stäbe (ähnlich wie Isis-Flügel, die biegsame statt starre Stöcke besitzen) zwar etwas leichter zu handhaben, aber dafür weniger flexibel und weniger vielfältig in ihren Möglichkeiten der Handhabung sind. Als ehemalige Turnerin der Rhythmischen Sportgymnastik (RG) fühle ich mich mit den Requisiten sehr wohl und ich liebe es! Ich gab meiner Schwester also grünes Licht. Für diesen ersten Einsatz schuf ich eine epische Fusions-Choreographie, die 2016 während des von Maria organisierten Caïro By Night 6 in Paris und 2017 während der ebenfalls in Paris von Myrto Kaukias organisierten Show The Dancer's Gift präsentiert wurde. So wurden die Swing Veils® auf der Bühne enthüllt und traten zum ersten Mal in der Welt des Orientalischen und Tribal Tanzes auf. Dann verging die Zeit, und ich baute das Handling dieses Accessoires aus und schuf andere Choreographien, die ich in Frankreich und im Ausland tanzte. Jedes Mal, wenn ich die Bühne verließ, kamen das Publikum und die Tänzerinnen, um mir zu gratulieren und mir zu sagen, wie schön dieses Accessoire sei. Sie waren auch richtig neugierig, weil sie es noch nirgendwo anders gesehen hatten. Sie fragten mich, wo sie es bekommen könnten. Angesichts dieser Begeisterung beschlossen meine Schwester und ich, die Marke zu schützen, sie zu formatieren und zu vermarkten. Die ersten, die sie kauften, wurden ihrerseits zu Botschaftern und genießen den Titel Swing Veils® Ambassador. Es sind noch einige Plätze frei, um diesen Titel zu erreichen, bevor wir die Schleusen schließen.
In den Workshops unterrichte ich auch, wie man mit den Swing Veils® im Bauchtanz spielt. Ich sage gerne "spielen", weil es ein wirklich unterhaltsames Accessoire ist. Bei jedem Workshop lasse ich genügend freie Zeit, um das Zubehör zu entdecken. Die Kursteilnehmerinnen amüsieren sich wirklich und lachen sehr viel, da es nicht selten vorkommt, dass man sich von der Bewegung und der Geschwindigkeit mitreißen lässt, was man erst einmal schaffen muss, wenn man sich nicht selbst mit dem gewichteten Teil schlagen will. In jedem Fall handelt es sich um ein Accessoire, das sich sehr gut für den Orientalischen Tanz, den Tribal Fusion Tanz, aber auch für den klassischen und zeitgenössischen Tanz eignet. Wenn die Tänzerinnen und Tänzer sie benutzen, setzen sie sie eher bei tanzbegleitenden Bewegungen mit sonnigen Drehungen und weitläufigen Bewegungen ein, während Jonglierkünstler*innen sie eher an Ort und Stelle anwenden.
Was das Kostüm angeht, so muss man sich damit wohlfühlen, denn das Accessoire darf sich nicht in zu langen Ärmeln oder in einem zu weiten Rock verfangen. Es gibt keine Gebrauchsanweisung, nur den gesunden Verstand. Man sollte sich das Kostüm gut überlegen und ausprobieren, bevor man damit tanzt, um sich unangenehme Überraschungen auf der Bühne zu ersparen. In einer meiner Choreographien hatte ich zum Beispiel eine ganze Stelle, bei der ich in einem breiten Abstand auf den Boden ging und mich ganz auf den Boden legte. Daher habe ich mich dafür entschieden, in einer puffigen Haremshose statt in einem Rock zu tanzen. Wenn man hingegen weiß, dass man die Swing Veils® nur zu Beginn während der Einführung nutzt, in etwa so, wie der Schleier der Kabaretttänzerinnen, die in Filmen des goldenen Zeitalters oder des ägyptischen Films verwendet wurden, dann kann man sich sehr gut mit einem traditionellen Bauchtanzkostüm mit BH und einem Rock kleiden.
Was die Musik angeht, zu der die Swing Veils® zum Einsatz kommen können, würde ich sagen, dass die einzige Grenze Ihre Vorstellungskraft ist. Alles hängt davon ab, was Ihre Spezialität ist und was Sie ausdrücken wollen.
Die Größen der Swing Veils® werden nach der Größe der Personen für eine optimale Anwendung empfohlen. Es sind nur Richtwerte und in keiner Weise verpflichtend. Zum Beispiel kann eine Person von 1,70 m Körpergröße auch sehr gut mit "kleinen" Swing Veils® arbeiten, wenn dies der gewünschte Effekt ist. Sie sind der Künstler!

Was sind also zusammengefasst die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Bezug auf die Optik und die Handhabung zwischen den Swing Veils, dem Veil Poi, dem Doppelschleier und den Isis-Flügeln?

swing-veil-03b.jpgFür mich als ehemalige rhythmische Turnerin besteht die erste Gemeinsamkeit darin, dass sie, wie viele Accessoires, Spaß machen. Deshalb verwenden wir auch den Ausdruck "mit dem Accessoire spielen". Wer spielt nicht gerne? Jeder spielt gerne! Im Erwachsenenalter werden die Vorzüge des Spielens oft vergessen. Wenn wir aber eine Requisite in unseren Hände halten, fallen wir sofort wieder in die jugendliche und wohltuende Energie zurück, die das Spiel uns beschert. Es ist ein hervorragendes Mittel, um loszulassen und ganz im gegenwärtigen Moment zu leben.
Was die Griffigkeit des Accessoires betrifft, so würde ich die Swing Veils® mit dem Doppelschleier zusammenlegen, da sie beide direkt am Schleierteil gehalten werden.
Was das Thema Handhabung anbelangt, würde ich die Swing Veils® mit den Veil Pois zusammentun, weil sie die gemeinsame Basis der Handhabung haben, die von den Bolas ausgeht (einer Art Poï ohne Schleier) und in der Straßenkunst zu finden ist. Der Hauptunterschied besteht darin, dass die Veil Pois durch Laschen gehalten werden, die mit einer Schnur oder einem Draht verbunden sind, der wiederum mit einem Ball verbunden ist und dieser schließlich mit dem Stoff. Bei den Swing Veils® hingegen hält man den beschwerten Stoff direkt in der Hand. Aber das Prinzip der Handhabung ist im Wesentlichen dasselbe.
Die orientalischen Isis-Flügel sind meiner Ansicht nach nochmal extra, weil sie am Hals des Trägers hängen und zusätzlich im Bereich der Stäbe gehalten werden müssen. Wenn man nun die Stäbe loslässt, haften die Isis-Flügel immer noch wie ein Umhang. Im Gegensatz dazu fallen andere Zubehörteile (bei üblicher Verwendung) beim Loslassen herunter.
Es gibt eine ganze Reihe von ähnlichen Bewegungen, die mit diesen 4 Zubehörteilen möglich sind. Vor allem, wenn man sie einfach nur festhält, sich mit ihnen dreht, die Arme waagerecht öffnet (ein großer Klassiker). Aber mit den Swing Veils lässt man sich im Gegensatz zu anderen Accessoires leichter vom Gewicht des Schleiers mitreißen (ein bisschen wie ein Derwisch, der vom Gewicht seiner Tanoura in den Drehungen mitgerissen wird...).
Man muss diese unterschiedlichen Accessoires ausprobieren, um ihre Unterschiede wirklich spüren zu können. Obwohl es Gemeinsamkeiten gibt, sind sie in Bezug auf die Wahrnehmung eindeutig verschieden. Um sich mit all diesen Accessoires wohl zu fühlen, bedarf es wirklich der Eingewöhnung, dem richtigen Griff, dem Verständnis, wie das Accessoire auf die ihm verliehene Bewegung reagiert, und natürlich dem Training.
Für mich sind sie optisch alle wunderschön. Aber ich für meinen Teil habe bereits alle Accessoires für den Bauchtanz so oft verwendet (was ich auch sehr liebe), dass die Neuartigkeit und die Herausforderung der Anwendung, die die Swing Veils® bieten, mich besonders anziehen und enorm motivieren. Dies wollte ich auch gerne mit den erfahrenen Tänzerinnen und Tänzern des Bauchtanz und des Fusion Tanzes teilen. Aber Vorsicht, ich sage nicht, dass man ein erfahrener Tänzer sein muss, um mit den Swing Veils® zu arbeiten, ich sage lediglich, dass dieses Accessoire all denen, die das vorhandene orientalische Tanzzubehör bereits durchprobiert haben, neue Perspektiven eröffnet.

Sie sind auch für Ihre Feuer-Choreographien bekannt. Welche Requisiten verwenden Sie hierfür? In welchem Kontext üben Sie diese Darbietung aus? Welche Fähigkeiten erfordert diese besondere Disziplin? Was gefällt Ihnen an dieser Praktik?

Also, das ist wirklich sehr nett, aber ich glaube, ich bin in der Bauchtanz- und Tribal-Fusion-Tanz-Szene eher für meine Choreografien im Tribal Fusion Tanz bekannt. Ich tanze auch mit brennenden Accessoires, weil ich die spektakuläre Wirkung liebe, die das Feuer dem Tanz verleiht. Sowohl Tanz als auch Feuer sind ziemlich fesselnd, finden Sie nicht auch? Es ist also zusammengenommen fabelhaft!
Ich verwende viele verschiedene Zubehörteile: Feuerhände (sehr beliebt bei mittelalterlichen Tribal Tänzerinnen), Feuerkeulen, Feuer-Bolas, Chicha-Bolas (die überall kleine Funken werfen), den Feuerstock, das Feuerschwert, Feuerkrallen (letztere stammen von Olivier Zimmer).
Dass ich die Kunst des Feuertanzes nicht in dem Maße ausübe, wie ich es gerne machen würde, liegt daran, dass ich normalerweise dazu eingeladen werde, in Theatern und an Aufführungsorten für Bauchtanz- und Tribal-Fusion-Tanz-Festivals aufzutreten, die das Üben von Feuerrequisiten nicht erlauben. Dies erfordert besondere Sicherheitsvorkehrungen wie feuerfeste Vorhänge, einen feuerfesten Boden und feuerfeste Sitze, eine angepasste Deckenhöhe, einen Zugang ins Freie oder einen Ort, an dem der Künstler seine Accessoires abgießen kann... So viele Auflagen, die es sehr schwierig machen, den Tanz mit dem Feuer bei dieser Art von Veranstaltungen auszuüben. Deshalb trete ich häufiger im Freien auf, bei kommunalen Veranstaltungen, oder manchmal auch Indoor an großen Veranstaltungsorten.
Um den Tanz mit dem Feuer auszuüben, muss man: beinahe hätte ich gesagt keine Angst vor dem Feuer haben, aber das ist falsch. Im Jahr 2019 hat die Tribal Geek Gesellschaft, deren künstlerische Leiterin ich bin, den Fire Dance Day veranstaltet. Olivier Zimmer und ich haben Leute trainiert, die sich auf den ersten Blick mit Feuer nicht sehr wohl fühlten. Warum haben sie sich dann angemeldet, könnte man fragen. Wahrscheinlich, um sich ihrer Angst zu stellen und um sie zu überwinden. Ich nehme das Beispiel meiner Musikfreundin und Schülerin Tanina Cheriet. Sie ist voller Besorgnis erschienen und hat am Ende ihres Trainingstages eine ganze Choreographie mit Feuerhänden getanzt. Um also die Frage zu antworten, welche Fähigkeiten erforderlich sind, um die Kunst des Tanzes mit dem Feuer auszuüben: Es ist wichtig, von Personen mit dem notwendigen Know-How betreut zu werden, um negative Erfahrungen zu vermeiden. Ansonsten muss man einfach das Tanzen lieben und bereit sein, mit brennenden Accessoires zu hantieren. Um daraus Ihren Beruf zu machen und gute Darbietungen zu liefern, müssen Sie zum einen ein hohes Tanzniveau und zum anderen ein Minimum an Erfahrung mit verschiedenen Feuerzubehörteilen mitbringen.

Sie bieten auch Geek-Dance-Tanzkurse an. Worum geht es dabei und wie kam es zu dieser Art von Ausbildung?

swing-veil-04b.jpgFür das Tribal Geek Festival, das ich initiiert habe, wurde ein Ballett aus Amateur- und Semi-Profi-Tänzerinnen, die durch Vorsprechen ausgewählt wurden, zusammengestellt. Die Idee war es, die Tribal Geek Show, (die Hauptshow des Festivals), mit Gruppenauftritten zu bereichern, welche die Auftritte der eingeladenen Profi-Künstler unterstreichen sollten. Ich liebe den Gruppentanz. Ein Gruppenauftritt verleiht einer Bühne eine majestätische Ausstrahlung, da wäre es schade gewesen, darauf zu verzichten. Das Tribal Geek Festival 1.0 und 2.0 hat jeweils 2016 und 2018 in Paris stattgefunden. Es ging darum, zwei meiner Leidenschaften zu vereinen: den Tanz und insbesondere den Tribal Fusion Tanz und die Geek-Kultur. Ich war fest davon überzeugt, dass diese Mischung ein Meisterwerk sein würde. Die Hauptshow der ersten Edition trägt den Titel «Une fantastique histoire du Dr Who», und die zweite heißt «Back To Fantasia». Der erste bezieht sich auf die Serie "Doctor Who" und die zweite auf den Kultfilm «L’histoire sans Fin» ("The Never Ending Story"). Für beide gilt das gleiche Prinzip, nämlich eine Geschichte so zu schreiben, dass einem Helden eine Reise durch Raum und Zeit ermöglicht wird. Auf diese Weise führen wir es in alle Arten von Filmen, Serien, Mangas, Animationsfilmen, Videospielen verschiedener Arten ein: mittelalterliche Fantasy, postapokalyptisch, techno-futuristisch... Es geht immer darum, eine Geschichte voller Verweise auf die Geek-Kultur zu schaffen und die Rollen an die Künstler zu verteilen. So finden wir die Heldinnen des Cartoons Cat's Eye (zu Deutsch Ein Supertrio), oder die Super-Bösewichte und Super-Heldinnen aus den Welten der Marvel- und Dc-Comics, oder die Wüstenbewohner von Mad Max, Samurai oder andere Siths und Jedis, oder die Zombies von Resident Evil... Während seiner Reise geht der Held von einer Welt in die andere. Und auf dem Weg dorthin begegnet er Figuren, die von professionellen Künstlern und dem Tribal Geek Ballett verkörpert werden. Mir gefällt der Gedanke, dass das Szenario der eigentliche Sinn der Show ist. Das stellt für die Künstler, welche eine originelle Kreation entwickeln und eine Figur spielen eine besondere Herausforderung dar. Sie stehen ganz im Zeichen der Geschichte. Deshalb wählen wir auch nicht irgendeinen Künstler aus. Es sind vor allem großartige Menschen, in das Projekt eingebunden sind die großzügig teilen. Ich schweife ein wenig ab, aber um das Tribal Geek Ballet und das Festival, an dem es stattfindet, in ein paar Textzeilen vorzustellen, war es wichtig, Ihnen von all dem zu erzählen.
Tatsache ist, dass die Kerngruppe der Balletttänzerinnen nach dem Festival das Abenteuer fortsetzen und auch weiterhin Geek Tänze entwickeln wollte, daher der Begriff Geek Dance. Es geht darum, dass der Tanz dem Zweck der Geek-Kultur dient, oder dass die Geek-Kultur die Spielwiese des Tanzes ist.
Ich fand es immer schade, dass auf Geek-Conventions wie der Japan Expo, der Manga Expo... das Cosplay (die Kunst, eigene Kostüme von Figuren aus der Geek-Kultur zu entwerfen), meist nur zum Flanieren eingesetzt wird. Jedes Mal, wenn ich sie sah, stellte ich mir vor, wie es wäre, wenn sie professionelle Tänzer wären. Es würden wundervolle Darbietungen entstehen. Das ist es auch, was ich sehen wollte.

Sie unterrichten schließlich auch Tribal Fusion. Was gefällt Ihnen an diesem Tanz ?

Der Tribal Fusion Tanz hat mich verzaubert, und ich bin als Künstlerin völlig aufgeblüht, weil er eine seltene Ausdrucks- und Bewegungsfreiheit ermöglicht. Der Tribal-Fusion-Tanz hat mich verzaubert, und ich bin als Künstlerin völlig aufgeblüht, weil er eine seltene Ausdrucks- und Bewegungsfreiheit ermöglicht. Als frühere Turnerin erinnere ich mich daran, wie ich mit dem Bauchtanz anfing und Choreographien entwerfen sollte und meine Freunde und Tanzlehrerinnen mich darauf hinwiesen, dass ich diese oder jene Bewegung nicht umsetzen konnte, weil sie nicht orientalisch genug sei. Und als ich dann plötzlich den Tribal Fusion Tanz entdeckte, fühlte ich mich plötzlich viel freier in meinen Kreationen. Und ich muss sagen als Künstlerin, wie ich, die stets auf der Suche nach dem Neuen ist, war ich besonders froh, dass der Tribal Fusion Tanz und ich uns kennengelernt haben. Der Wunsch, da hinzugehen, wohin sich noch niemand zuvor gewagt hat, sei es bei der Erforschung der Bewegung an sich, im Umgang mit neuen Accessoires, in der Entwicklung eines Festivals im neuen Stil; das ist es, was mich wirklich antreibt und definiert. Die Swing Veils®, das Tribal Geek Festival, Choreographien wie «La Dryade», in experimentellem Tribal Fusion mit Linanenärmeln, die ebenfalls von meiner Schwester Christelle Sainton entwickelt wurden... All dies definiert die Kohärenz meines authentischen und originellen Weges. Ich mache es ungerne, wie alle anderen. Ich schaue mir gerne die Leistungen anderer Künstler an und lasse mich davon inspirieren, aber nicht, um genau dasselbe dann nochmal zu machen. Wenn ich dafür bekannt bin oder anerkannt werde, dann umso besser, aber was mich wirklich antreibt, ist die Tatsache, etwas Neues in die Tanzwelt einbringen zu können. Genau das vermittle ich auch in meinem Unterricht. Das ist es auch, was meinen Schülerinnen gefällt - zusätzlich zu meiner Vorliebe für das Technische und die Osmose zwischen dem Tänzer, der Bewegung innerhalb und außerhalb seines Körpers und der Musik.

Wie sieht Ihr sportlicher und künstlerischer Werdegang aus?

Mit 6 Jahren meldete mich meine Mutter zur Rhythmischen Sportgymnastik an. Sie wissen schon, dieser Sport mit den Bällen, Reifen, Keulen, Bändern und Seilen. Meine Geek-Seite würde Ihnen jetzt sagen: "Sie wissen schon, dieser Sport, den die Menschen meiner Generation dank dem Club Dorothée mit dem Charakter der Manga-Serie «Cynthia, ou le rythme de la vie» (in Deutschland: «die kleinen Superstars») oder auch «J’aime la gym» (Folge aus der Serie über Sportgymnastik) kennengelernt haben.''
Nach einem Jahr bei einem männlichen Lehrer, bei dem man aufgrund einer Schielerkrankung nie wusste, wen er gerade anspricht und verbessert, beschloss ich, mit diesem Sport aufzuhören und zum Kunstturnen überzugehen. Diesmal mit dem Balken, den Stufenbarren, dem Boden und dem Sprung. Ich beschäftigte mich schon seit drei oder vier Jahren damit. Es gefiel mir, aber ich vermisste die tänzerische Komponente, die eher in der Rhythmischen Sportgymnastik zu finden war. Voller Bewunderung betrachtete ich die Turnerinnen und Turner der Rhythmischen Sportgymnastik, mit denen wir in derselben Turnhalle in Gennevilliers zusammenkamen. Nachdem der Trainer inzwischen ein anderer war, schrieb ich mich wieder für die Rhythmische Sportgymnastik ein und blieb dort bis zum Alter von 23 Jahren. Ich war Einzel- und Mannschaftswettkämpferin in der Bundeskategorie im französischen Turnverband. Wir trainierten dreimal pro Woche und hatten parallel dazu eine Weiterbildung in klassischem Tanz, die als junge Erwachsene dann durch modernen Tanz ergänzt wurde.
Anschließend ging ich nach Spanien, um ein Jahr im Rahmen von Erasmus zu studieren. Meine Freundin Taly kam mich besuchen und wir verbrachten eine Woche zusammen, in der sie mir eine Schnupperstunde im Orientalischen Tanz gab. Sie sagte, ich sei begabt und sollte mich einschreiben, sobald ich wieder in Frankreich bin. Meine Schwester hatte ebenfalls Lust dazu und hat für uns einen Kurs in Epinay-sur-Seine gefunden. So habe ich im Alter von 24 Jahren mit dem Bauchtanz angefangen. Ich wurde von erstklassigen Künstlern gefördert. Taly hanafy, die mich auf mein künstlerisches Potenzial aufmerksam gemacht und sozusagen meine Füße in die Steigbügel gesetzt hat. Anasma, die mich damals im Tribal Fusion und in der letzten Zeit auch im Yoga-Tanz inspiriert hat. Sie hat mir den Zugang zu neuen Möglichkeiten eröffnet. Ich folgte auch dem Unterricht von Linda Faoro, deren Stil einzigartig ist. Ich erhielt ein Zertifikat von der UNESCO, indem ich am Unterricht von Assia Guemra teilnahm, die mir ein umfangreiches Wissen vermittelte, darunter die Anatomie des Körpers, den Orientalischen Tanz und seiner Geschichte, die Propriozeption...
Ich habe auch den puertorikanischen Salsa erlernt, hauptsächlich bei Mouaze Konaté. Ich verfolgte eifrig Yoga- und Bikram-Yoga-Kurse, die ich während eines Wochenendes in Prag entdeckt hatte. Ich trainiere auch den japanischen Säbel mit meinem Sensei Masato Matsuura. Das sind so viele Vielfältigkeiten, die mich in meinem Leben und im Tanz weiterentwickeln und wachsen ließen.
Ich bekam die Gelegenheit, als Ersatz für einen Mutterschutz zu unterrichten. So begann ich meinen Beruf als Tanzlehrerin. Die Schülerinnen schätzten meine pädagogische Arbeit, und ich unterrichtete leidenschaftlich gerne. Diesen Weg habe ich gewählt, um aufzublühen. Zunächst unterrichtete ich Bauchtanz, aber sehr rasch, sobald es mir möglich war, eröffnete ich Tribal Fusion Tanzkurse an denselben Orten, an denen ich den Orientalischen Tanz unterrichtete. Auf diese Weise habe ich Einfluss auf diesen Tanz in Frankreich genommen. Dafür habe ich auch ein Festival ins Leben gerufen.
Ich habe mich im Orientalischen Tanz, im Tribal-Fusion-Tanz und, auf eine eher punktuelle Weise im Tanz mit dem Feuer, entfaltet. Ich hatte die Gelegenheit, auf wunderschönen Bühnen zu tanzen und an tollen Projekten in Frankreich und im Ausland (Pariser Oper, im Algiers Opera House, Institut Français d’Abidjan, L'Alhambra, La Cigale...) in Zusammenarbeit mit international bekannten Künstlern teilzunehmen. Und wie es mein Motto sagt: "Alles bleibt noch zu erforschen".

Was können wir in Ihrer Bauchtanz-Garderobe finden?

Ui ui ui... Sehr vieles! Da ich schon viele Figuren verkörpert, aber auch zu vielen Ereignissen getanzt habe, ist meine Künstlergarderobe sehr vielseitig. Sie reicht von meinen ersten professionellen Bauchtanzkostümen, die ich in Kairo gekauft oder die in Paris angefertigt wurden, bis hin zu speziellen Schöpfungen wie einem Schlangenkostüm; dem der Cheshire-Katze aus Alice im Wunderland; dem der Dryade; oder dem der Meerjungfrau; bis hin zum abscheulichen Zombie; der Amazone; dem der ägyptischen Königin... Ansonsten habe ich auch Basics für die Unterhaltung wie ein schwarz-silbernes Bauchtanzkostüm oder ein goldenes Bauchtanzkostüm. Ich besitze sehr schöne Stirnbänder und Kopfbedeckungen aller Art, die von meiner Mutter Orida Krouni angefertigt wurden (Meerjungfrau-Kopfbedeckungen mit Muscheln, Dryaden-Kopfbedeckungen mit Blättern und Hirschgeweihen...).



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